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Es kam die Zeit sich zu verabschieden. Schweren Herzens trennte ich mich von meinem geliebten Afrika von den Freunden dem Haus und der Arbeit. Meinen VW Bus habe ich für ein paar Kröten verkauft und ich fühlte einen Stich im Herzen als der neue Besitzer meinen treuen alten Weggefährten abholte. Die letzten paar Wochen nutze ich noch aus und verbrachte viele Stunden am Strand. Hier meditierte ich und fand auch den Frieden in meinem Herzen den ich so dringend benötigte. Die Wellen der Wind und die Vögel strahlten einen Frieden aus den es nur in dieser Einsamkeit gibt. Pelikane sammelten sich an der Flussmündung und trieben die Fischschwärme vor sich her. Wie auf ein Kommando tauchten alle in das Wasser um sich Ihren Anteil an Fischen zu schnappen. Dieses Spiel wiederholte sich immer wieder. Auf den Sandbänken standen tausende von Flamingos deren rote Federn in der untergehenden Sonnen leuchteten. Am Himmel zogen Gruppen von Kormoranen von Norden nach Süden, sie kamen von Ihren Tagesfischfängen zurück. Ein nicht abreisender Strom von Gruppenflügen zog an mir vorbei. Es müssen viele Tausende gewesen sein. Auf meinem Cassettenrecorder lief mein Tonband mit der Musik aus "Space Odysse 2001" Der Klang der Musik passte wunderbar zu der Stimmung in mir und um mich herum. Gedanken der Heimkehr, aber weg von zuhause, weg von Südwest, aussichtslos, hoffnungslos, Selbstaufgabe. Doch klang da in der Musik nicht auch ein wenig Hoffnung ? Ein Choral von Bach, gespielt auf einer Orgel, brachte wieder etwas Wärme in meine kalte Seele und die dann folgenden Melodien von Johann Strauss, liess wieder Hoffnung aufkommen. Die Sonne berührte jetzt schon das Wasser und warf einen glutroten Feuerschein auf den Strand und die Dünen. Die Luft kühlte sich schlagartig ab und ich wurde aus meinen Träumen herausgerissen. All dies werde ich sehr vermissen. Der Duft des Meeres, die Schreie der Vögel, der freie Blick über das Land, die saubere Luft und der Frieden zwischen Mensch und Natur. Ich liebe Südwest. Seine Nationalhymne gehört noch heute zu meinen Sylvester Abenden. Auf meinem Keyboard spiele ich um Mitternacht "Old Long Syne und das Südwestlied gefolgt von der deutschen, englischen und französischen Hymne die alle in sich vereint ein ganzes bilden. Viele Erinnerungen sind mit diesen schönsten Nationalhymnen die es für mich gibt verbunden. Jede hat eine eigene Bedeutung und bewegt mein Gemüt. Das Südwestlied steht für Südwest mit allen meinen schönen Erinnerungen. Die französische und deutsche Hymne stehen für mein eigenes Ich, meine Heimat, Familie, Kindheit, Jugend, Schule und meine deutschen und französischen Freunde. Die englische Hymne steht für Südafrika und meine internationalen Bekannten und Freunde. Die südafrikanische Hymne blieb mir die ganzen Jahre fremd. Erst meine späteren Urlaube in Südafrika öffneten mein Herz auch für diese Hymne. Das üSdwestliedhat sich aber sehr tief in mein Herz gebrannt darum habe ich sie es eingefügt. Die Worte diese Liedes spiegeln genau das wieder was mein Herz fühlt. Und sollte man dich fragen was hält dich denn hier fest, du könntest nur sagen ich liebe Südwest...... Auch ich liebe Südwest....... Oft habe ich über diese Liebe nachgedacht. Ich glaube einige Gründe erkannt zu haben. Es sind die Widersprüche, Kontraste, die Einsamkeit, die Weite und Leere. Kommt man nach Südwest übersieht man sehr leicht die Wunder der Natur. Nach einiger Zeit öffnen sich die Augen und man sieht die kleinen unscheinbaren Dinge die diese Einöde hervorbringen kann." Die Wüste lebt". Jedes Gras und jeder Strauch kämpft um sein Überleben. Jedes Tier und mag es auch noch so klein sein, besteht den täglichen Kampf um das Dasein. Der Mensch steht dabei und fühlt sich selbst als ein Teil der Natur. Die schönen Dinge sind rar wie die Pflanzen und Tiere in der Wüste, doch öffnet man die Augen, dann erfährt man all diese Wunder die dieses Land hervorbringt. Jede Blume die verlassen am Wegrand steht erfüllt den Betrachter mit Freude. Es ist das Wenige was so glücklich macht denn es ist so Viel. Wer einmal dieses Glück, Zufriedenheit und inneren Frieden erlebt hat, kann mich verstehen. Man muss sich die Zeit dafür nehmen. Nicht wie in Deutschland mit Oberflächlichkeit daran vorbei stolpern um möglichst vieles zu erleben. Wenig ist oft mehr als der Überfluss. Europa ist sehr schön auf seine Art. Das schnelle Leben, die mit Pflanzen reich bescheerten Landschaften, die Kultur, die Menschen und Städte bieten eine Vielfalt von Eindrücken die den Blick für die einzelne Blume am Weg aber verschliessen. Man liest Zeitung, hört dabei die neuesten Nachrichten im Radio, sieht eine Fernsehshow und unterhält sich dabei mit seinen Mitmenschen. Übrig bleiben nur kleine Blitze, das grosse Licht aber fehlt... m November 1979 kam ich dann mit gemischten Gefühlen in Frankfurt an. Ein paar Tage davor nahm ich einen Flug von Oranjemund nach Windhuk wo ich am 5.November meinen 38. Geburtstag mit meinen in Windhuk lebenden Freunden feierte. Julie, Con, Klaus und Helga gingen gemeinsam mit mir essen und man wünschte mir viel Glück für die Zukunft. In Oranjemund brachte mich Günther und Helga sowie Chris und Jenny zum Flugzeug. Schweren Herzens hab ich mich verabschiedet und zwischen Alexander Bay und Walfishbay noch einmal die Schönheit der Namibwüste durch meine Tränen gefüllten Augen voll in mich aufgenommen. Es war ein sonniger Tag und die mächtigen Sanddünen glänzten im Licht der Frühlingssonne. Der endlose lange Sandstrand markierte die Grenze zwischen der trockenen Namib Wüste und der wilden Skelettküste. Dieser Abschnitt des Atlantiks hat es mir in all meinen Jahren nicht erlaubt auch nur einmal in ihm zu schwimmen. Die Wellen und Strömungen sind zu stark und das Wasser das von dem kalten Benguella Strom beherscht wird erreichte auch im Sommer nur 15°C. In Lüderitz und Walfishbay machten wir kurze Zwischenlandungen um dann landeinwärts Richtung Windhuk zu fliegen. Über dem Komashochland schaukelte die alte DC 4 Maschine so stark, daß ich mir den "Beruhigungswhisky" den ich bei meinen Inlandflügen immer sehr genoss, über die Hose kippte. Die Maschine flog wie immer im Tiefflug über dieses Mittelgebirge und die kleine Flughöhe erlaubte es viel Detail der Landschaft zu erkennen. Es gab keine Städte, Dörfer oder Strassen auf dieser Strecke zu sehen. Nur weites Halbwüstenland das man von hier Oben nur dann als schön empfinden kann wenn man da Unten gelebt hat. In Gedanken machte ich noch einmal die Ausflüge und Fahrten durch Südwest. Oranjemund, Lüderitz, Fish River Canyon, Windhuk, Gross Barmen und Pack's Ranch sowie die Kurzausflüge um Oranjemund die uns zur Beauvallon Farm, Richtersfeld, Port Nolloth, Mac Dugalls Bay und Springbock führten. Auch die vielen Rundfahrten um Oranjemund mit seiner Küste, Dünen, dem mächtigen Oranjefluss die "Pink Pan" und der Strand. Ausflüge ins Kap. East London, Port Elizabeth, Gardenroute, Outshorn und Kapstadt. Dazwischen Namaqualand in seien Pastellfarben von Citrusdale bis Sprinbock. Am City Flugplatz in Windhuk angekommen warteten bereits meine Freunde die mich die nächsten Tage, bis zu meinem Rückflug nach Deutschland betreuten. Es ist nun geschehen. Europa und Deutschland hat mich wieder. Es frisst mich auf und erdrückt mich mit seiner Enge der Strassen, den Menschenmassen mit ihren Ellbogen und den nachteilig entwickelten Umgangsformen. Europa ist schön, ich muss es aber erst wieder lernen es zu erkennen und vielleicht neu endecken. Ob mir das gelingt ?....
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